Uni Graz > Geisteswissenschaftliche Fakultät > Institut für Slawistik
 
Font size:      

WS 1998/1999

Branko Tošović

Aspekt, Aktionsart und Tempus im Russischen, Serbokroatischen, Slowenischen und Deutschen

Vorlesung (VL), 2st. evtl. Voraussetzungen zum Besuch der Veranstaltung: Russisch-, Serbokroatisch-, Slowenisch kenntnisse
Arbeitsform(en): Offene Vorlesung mit Möglichkeit zu Fagen und zur Diskussion.

Inhaltliche Beschreibung (Ziele):

Die Kategorie des Aspekts ist eine typische grammatische Phänomen der slawischen Sprachen. Die slawische Apekt ist eine Grenzkategorie, in der sich grammatische Elemente mit den wortbildenden vereinigen. Der Aspekt bildet einen Übergang zwischen den wortbildenden Typen der Aktionsarten und den grammatischen Verbalkategorien. Der Aspekt ist somit als lexikalisch-grammatische und nicht als rein grammatische Kategorie zu bezeichnen. In der slawischen Sprachen ist das Bedeutungsmerkmal „Aktionsart“ einerseits in der Gesamtbedeutung mancher Verben meist besonders ausgeprägt und leicht erkennbar enthalten, andererseits kann es dort, wo dies nicht der Fall ist, durch Affigierung oder mittels gewisse Hilfsverb deutlich gemacht werden. Im Deutsch, aber auch in anderen nichtslawischen Spracehn, verhält sich das einfache Verb gegenüber der Aktionsart eher indifferent.

Die Aspektkategorie hat in allen slawischen Sprachen zwei prinzipiel verschiedene grammatische Funktionen. Sie informiert erstens darüber, ob ein Erreigniss auf eien bestimmten Referenzpunkt der Zeitachse bezogen ist oder nicht. Damit wird ein Ereignis als aktualisiert oder nicht-aktualisiert gekennzeichnet. Die zweite Funktion besteht darin, innerhalb aktualisierter Ereignisse nochmals zwischen solchen Ereignissen zu unterscheiden, die zu dem mit der Aktualisiereung gegeben Referenzpunkt abgeschlossen, vollendet sind und damit in ihrer Ganzheit oder Totalität vorliegen, und solchen, die zu diesem Referenzpunkt „im Verlauf“ sind.

Die Anwendung der Tempusformen ist in der slawiscen Sprachen eng mit der Anwendung der Aspektformen verknüpft.

Die moderne grammatische Theorien in der slawischen Sprachwissenschaft

Veranstaltungstyp: Seminar (SE), 2st.
evtl. Voraussetzungen zum Besuch der Veranstaltung: Russisch-, Serbokroatisch-, Slowenischkenntnisse
Arbeitsform(en): Referate und Diskussion.

Inhaltliche Beschreibung (Ziele):

In diesem Seminar sollen die wichtigsten modernen grammatischen Theorien dargestellt werden.

Die Themen:

  • Depedenzgrammatik (Abhängigkeitsgrammatik, Kontextabhängige Grammatik)
  • Deskriptive Grammatik
  • Formale Grammatik
  • Funktionale Grammatik
  • Generative Grammatik (Transformationsgrammatik; Chomskys Theorie)
  • Glossematik Hjelmslevs (Theorie der Beziehung zwischen Form und Substanz und zwischen
  • Ausdruck und Inhalt, die Unterscheideung zwischen Paradigmatik und Syntagmatik),
  • Inhaltsbezogene Grammatik
  • Kategorialgrammatiken
  • Kategorialgrammatik des identifikationellen Typs
  • Konstituentenstrukturgrammatik (Konstituenten-Grammatik)
  • Kommunikative Syntax
  • Korrelatione Grammatik
  • Operationale Syntax
  • Pikes Tagmemik
  • Relatione Grammatik
  • Semantische Syntax (syntaktische Semantik)
  • Sgalls Grammatik (Sgalls generatives Modell)
  • Stratifikationsgrammatik
  • Theorie [aumjans ([aumjans applikativ-generatives Modell)
  • Theorie von O. S. Kulagina der Kategorie des grammatisch richtigen Satzes

Die Tropen in der slawischen Sprache

Veranstaltungstyp: Seminar (SE), 2st.
evtl. Voraussetzungen zum Besuch der Veranstaltung: Russisch-, Serbokroatisch-, Slowenischkenntnisse
Arbeitsform(en): Referate und Diskussion

Inhaltliche Beschreibung (Ziele):

Unter „Tropus“ verstehen wir die Übertragung der Namensbezeichnung von einem Gegenstand auf einen anderen, von einer Erscheinung auf eine andere, unter der Voraussetzung, daß bestimmte Kriterien eine solche Übertragung rechtfertigen. Zu den Tropen gehören Metapher, Metonymie, Antonomasie, Personifikation, Allegorie, Synekdoche, Periphrase, Litotes, Hiperbel, Ironie... Metapher - bildliche Übertragung, die Vertauschung zweier Vorstellungen auf Grund ihres Vergleiches miteinander. Metonymie - Vertauschung zweier Vorstellungen auf Grund ihrer inneren gedanklichen Beziehung zueinander. Antonomasie - Setzung eines Epithetons oder Patronymikons (Vater-Name) an Stelle eines Eigennamens. Personifikation - Vermenschlichung, Darstellung eines leblosen Gegenstandes als lebendes (meist menschliches). Allegorie - Vertauschung der Vorstellung eines tatsächlichen Geschehens mit einem bildlichen. Synekdoche (pars pro toto) - Vertauschung zweier Vorstellungen auf Grund ihrer äusseren Zusammengehörigkeit. Periphrase - Umschreibung eines Gegenstandes oder einer Erscheinung mit anderen Worten. Litotes - scheinbare Verkleinerung. Hiperbel - Übertreibung. Ironie - der Sender bedient sich einer Aussage, die im Widerspruch mit seiner Intention steht.