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SS 2002

Branko Tošović

Die grammatischen Normen der slawischen Standardsprachen

515.001 Vorlesung
SE, 2 St., Di. 13.30-15, UR 33.1.224

Inhaltliche Beschreibung (Ziele):

A.

  1. Die grammatischen Normen des Russischen
    Die russische Standardsprache (Literatursprache). Просторечие ("Prostorečie"). Die morphologischen Normen. Die syntaktischen Normen.
  2. Die grammatischen Normen des Serbokroatischen (B/K/S)
    Das Serbokroatische als die plurizentrische Sprache (die Sprache mit mehreren nationalen Standartvarietäten)
    Die sprachliche Reform von Vuk Karadžić .
    Die serbischen Sprachnormen.
    Die kroatischen Sprachnormen.
    Die bosnische/bosniakischen Sprachnormen.
    Der Purismus in der serbischen, kroatischen und bosnischen/bosniakischen Normierung (Standardisierung, Kodifizierung).
    Die morphologischen Normen.
    Die syntaktischen Normen.
  3. Die grammatischen Normen des Slowenischen .
    Die morphologischen Normen.
    Die syntaktischen Normen.

B.

  1. Die grammatischen Normen des Tschechischen.
    Die tschechische Standardtheorie.
    Der tschechische Purismus.

C.

  1. Die grammatischen Normen des Polnischen.
  2. Die grammatischen Normen des Slowakischen.
  3. Die grammatischen Normen des Sorbischen.
  4. Die grammatischen Normen des Bulgarischen.
  5. Die grammatischen Normen des Mazedonischen.
  6. Die grammatischen Normen des Ukrainischen.
  7. Die grammatischen Normen des Weißrussischen.

Adverbien im Russischen, B/K/S und Slowenischen

515.003, SE, 2 St, Mi. 13.30-15, UR 33.1.052

Die Themen

  • Die Subtypen
  • Adverbien des Maßes und des Grades (sehr, viel, wenig, etwas, ganz)
  • Bezügliche und hinweisende Adverbien ( wo, wohin, wann)
  • Frageadverbien: lokal (wo?, wohin?) , temporal (wann?, wie?)
  • Kausaladverbien (also, demnach, sonst, folglich, trotzdem)
  • Lokaladverbien (hier, dort, dorthin)
  • Modaladverbien (völlig, zusammen, sehr, leider, gern, kaum)
  • Prädikative Adverbien (heute, warm, kalt, froh)
  • Pronominaladverbien (da-, hier-, wo-)
  • Relativadverbien (wo, wohin, woher)
  • Temporaladverbien (jetzt, damals, lange )
  • Unbestimmte Adverbien ( irgendwo , irgendein )
  • Verneinende Adverbien ( nirgends, nirgendwohin, niemals )
  • Die Steigerung der Adverbien
  • Komparativ
  • Superlativ

Korrelative Syntax des B/K/S

  • Die korrelationale Syntax hat zwei grundsätzliche Aufgaben: (1) die Konstatierung und die Beschreibung der syntaktischen Beziehungen und (2) die Bildung und Erhellung der Konstruktion von syntaktischen Beziehungen.

    Eine solche Syntax muss eine Verbindung dessen darstellen, was einerseits die korrelationale Linguistik und die korrelationale Grammatik und andererseits die existierenden syntaktischen Beschreibungen bieten.

    In ihr haben z.B. klassische syntaktische Begriffe wie Satz, Subjekt, Kongruenz u.ä. Platz, aber ihre Erklärung wird sich dahingehend unterscheiden, dass nicht die Frage gestellt wird, was bezeichnet ein Attribut oder die Rektion, sondern was für eine Beziehung dies ist.

    Die klassischen syntaktischen Kategorien, Begriffe und Termini haben folglich ihren Platz in der korrelationalen Syntax und sind ein wesentlicher Bestandteil des globalen Systems – des syntaktischen Korrelationals.

  • Es gibt zwei Hauptkorrelationssysteme: das Interaktional und das Projektional. Ersteres stellt das System der Beziehungen, der Formen, der Bedeutungen, der Funktionen und der Kategorien in syntaktischen Einheiten (Syntaxemen) dar, letzteres bildet besondere Perspektiven: durch die Vereinigung zweier Perspektiven (z.B. der logischen und der grammatischen) entsteht das syntaktische Biprojektional, durch die Wechselwirken von die Perspektiven entsteht das Terporjektional usw.
  • Außer dem Interaktional und dem Projektional existiert noch ein Korrelationsmegasystem – das Kategorial. Während das Projektional und das Interakcional keine Beschränkungen in der Beziehung aufweisen, erfasst das Kategorial nur das, was kompatibel ist.
  • Durch die Vereinigung des Interaktionals, des Projektionals und des Kategorials entsteht eine endgültige Konstruktion – das Korrelational.
  • Der Satz ist eine sprachliche Einheit, die verschiedene Standpunkte gewährt. Den Blick auf einen dieser Aspekte oder auf die Komplexe, die er gründet, nennt man Perspektive. Der Satz öffnet mehrere globale Perspektiven, in erster Linie informative, logische, semantische, kommunikative, grammatische und pragmatische. Diese Perspektiven durchdringen einander, werden miteinander verflochten und schaffen das komplizierte System der Beziehungen. Durch die Vereinigung der kommunikative Perspektiven mit einer andere entsteht das kommunikative Biprojektional. So wird das, informativ- kommunikative, logisch-kommunikative, semantisch-kommunikative, grammatisch-kommunikative, pragmatisch-kommunikative usw. Projektional geschaffen.

Literatur :

Tošović, Branko: Korelaciona sintaksa. Projekcional Institut für Slawistik der Karl-Franzens-Universität Graz. – Graz : 2001. – 456 S.