Ergänzende Bemerkungen zur Systematik

ad $01: Fundort, Fundjahr, Fundstelle

• Fundort: latein. od. moderner Name
• Fundjahr: bei älteren Stücken auch: Jahr der Erwerbung durch das Museum etc.
• Fundstelle: grobe Lokalisierung, falls bekannt
• Akürzungen:
G./-g.
= Gasse/-gasse; Pl./-pl. = Platz/-platz, Str./-str. = Straße/-straße



ad $02: Verwahrort, Inventarnummer

Inventarnummer angegeben, falls vorhanden; ansonsten Arbeitsnummer


ad $03: Publikation

Abkürzungen nach der Sigelliste für “Pro Austria Romana" ab 1993.
Die Lesungen der Instrumenta in der zitierten Literatur werden übernommen.
Bei mehreren Publikationsnachweisen ist die jeweils neuere Literaturangabe maßgeblich.
(Lesung: abc) = Die Lesung in der zitierten Literatur wird an dieser Stelle angeführt, wenn sie wesentlich von derjenigen abweicht, die bei der Autopsie gewonnen wurde.

(?) = unpubliziert? - Systematische Literaturrecherchen waren im Projektzeitraum nicht durchführbar, die Angaben sollen aber laufend ergänzt werden.


ad $04: Datierung

In der Regel aus der unter $03 zitierten Literatur übernommen, ohne auf Basis des aktuellen Forschungsstandes kritisch zu bewerten. Bei starken Zweifeln an der Datierung steht: (fragl.!).
Sonstige Abkürzungen:
A.=Anfang; E.=Ende; H.=Hälfte; Jh. = Jahrhundert; M.=Mitte.

• nnb = nicht näher bestimmt. Bei Fehlen entsprechender Angaben in $03.
Erläuterung: In vielen Fällen ermöglichen zwar die Stempelnamen und Angaben in $05 eine zeitliche Einordnung, doch wurde in Anbetracht der Datierungsproblematik (die diesbezüglichen Angaben bei Oswald 1931 sind z.T. veraltet) auf einen Eintrag (vorerst) verzichtet.



ad $05: Objekt, Typologie, Erhaltungszustand, Herkunft

Objekt:
nach Möglichkeit mit lat. Bezeichnung, z.B.:
LATER 1 = rechteckiger (Hypokaust-)Ziegel, Keilziegel, laterculus.
LATER 2 = quadratischer Plattenziegel.
TEGULA/LATER = Flachziegelfragment.
TS = Terra sigillata-Gefäß

Wenn nicht anders angegeben, bestehen die Inschriftträgern aus Ton, z.B.: Teller = sog. Soldatenteller aus Ton (s.u. Objektliste).

Typologie:
Bezeichnung der jeweiligen Form mit den üblichen Kürzeln, z.B. bei
TS-Gefäßen : Consp. = Conspectus, Drag. = Dragendorff,
Lud. = Ludowici V, Ohl. = Ohlenroth, Osw.&Pr. = Oswald & Price etc.

Im Interesse eines zügigen Fortgangs der Aufnahmearbeit vor Ort wurde bei der typologischen Zuordnung eine gewisse Unschärfe in Kauf genommen, die von Keramik-Spezialisten bei einer zukünftigen Bearbeitung des Materials ausgeräumt werden sollte. So ließen sich mitunter Bodenfragmente der TS-Tellerformen Drag.-18, -18/31 und -31 keiner dieser Formen sicher zuordnen. Wenn keine typologische Ansprache erfolgt, werden Objekt und Material knapp beschrieben.

Erhaltungszustand:
BS = Bodenstück, RS = Randstück, WS = Wandstück, Ganzst. = Ganzstück bzw. fast vollständig erhalten.

Frg. = WS und BS und/oder RS bei gesehenen Objekten oder fragmentarischer, nicht näher beschriebener Erhaltungszustand bei nicht gesehenen Objekten.

Herkunft:
Die Angaben in der $03 angeführten Literatur wurden übernommen. In mehreren Fällen ließ sich die Herkunft über Stempelfaksimiles nicht einwandfrei ermitteln. Die Angaben sind nicht auf die Goldwaage zu legen. Sie beruhen meist auf dem Kenntnisstand von Oswald 1931. Beispielsweise ist “Lezoux" meist Synonym für das Herkunftsgebiet Mittelgallien. Bei den Angaben zu Rheinzaberner Relieftöpfern von Karnitsch wäre vielfach ein Hinweis auf die Gruppeneinteilung von Bernhard 1981 (Abkürzung B, z.B. “B II a") nachzutragen.


ad $06,1-$09,1: Mehrere Inschriften auf demselben Schriftträger

• Graffito: nicht zusammengehörige, z.B. nach Abstand oder Schriftcharakter unterschiedliche Ritzungen, die inhaltlich offenbar nicht zusammengehören z.B. Personennamen und nebenstehende X-Markierung.

ad $06: Schrifttechnik, -Position, Beizeichen

• opus interrasile = Durchbruchsarbeit mit Buchstaben

• Buchstabenform = Einzelbuchstaben, z.B. als Gürtel- oder Riemenbeschlag



ad $07: Schrifttypus, Notabilia, Faksimile, (Majuskelumschrift)

• Griech. Buchstaben: in lateinischen Minuskeln, ansonsten die entsprechenden lateinischen Majuskeln

• irr(egulär) = ungewöhnliche Buchstabenform oder -position. Auf Stempeln öfter vorkommende, der Kursive nahestehende Buchstabenformen sind nicht angezeigt z.B. A ohne Querhaste, L mit schräger Querhaste, F mit auseinandergehenden Querhasten.

• (( )) Gewichtszeichen u.a. nicht transkribierte Zeichen:
Anfangsbuchstaben in Minuskel z.B. ((u))

• || (zwei senkrechte Striche): Fortsetzung des Textes auf anderer Schriftfläche desselben Objektes (z.B. andere Seite) oder auf einem anderen Objekt

• Töpfermarken bei Firmalampen wurden nicht transkribier



ad $08: Klassifizierung

• PN soweit als möglich in ergänzter Form im Nominativ ausgeschrieben

• nnb = nicht näher bestimmt

• anepigraph = buchstabenähnliche Zeichen etc.



ad $09: Minuskelumschrift

Hinzufügungen zum herkömmlichen Klammersystem bzw. Änderung:

(( )) Gewichtszeichen u.a. nicht transkribierte Zeichen z.B. ((unciae))
(!abc) korrigierte oder richtige bzw. herkömmliche Schreibung
(abc!) vertauschte Buchstaben bei sigillum z.B. Majuskel EF = Minuskel fe(cit!)
: 000 : Bedeutung unklar

a" enstpricht Punkt unter Buchstaben
e’ zweistrichiges E (II) in Minuskelumschrift
e_entspricht Punkt unter zweistrichigem E (II)

(vel) Lesevariante bezieht sich auf den unmittelbar voranstehenden Begriff oder durch Spatium getrennten Text(teil)
(vel1) Lesevariante bezieht sich auf den gesamten voranstehenden Text

 

Ligaturen, Interpunktionen, Beizeichen oder andere diakritische Zeichen sind in den Klammerergänzungen nicht angezeigt.

Bei unpublizierten Stücken oder Neulesungen wurden in erster Linie die Töpferlisten bei Oswald 1931, Oxé/Comfort 1968(CVA), Streitberg 1973, Hofmann 1985 oder Bémont 1986 zu Rate gezogen. In unsicheren Fällen wurde auf Herkunftsangaben verzichtet sowie generell auf Angaben zu den Produktionszeiträumen. Ansonsten gehen die betreffenden Angaben auf - vorzugsweise jüngere Publikationen - der jeweiligen Stempel aus Oberösterreich zurück.

Davon unbenommen bekam bei zwei abgekürzten bzw. ligierten Namensstempeln eine bestimmte Auflösungsvariante generell den Vorzug:
Für SECVNDINIAVI und Varianten die Auflösung SECVNDINI (et) AVI(ti scil. manu) (siehe E.M. Ruprechtsberger, Beiträge zur Kulturgeschichte von Lauricacum. In: JbOÖMV 129, 1984, 71-86 bes.74f.)

und für

IANVF bzw. IANVS^ F gilt IANVS^ F(ecit) anstatt IANV(ariu)S^ F(ecit) (siehe
M. Gimber, Das Atelier des Ianus in Rheinzabern. Phil. Diss. Univ. Freiburg i. Br., Karlsruhe 1993, bes.238ff.).
Ornamentstempel wie z.B. Blattstempel auf Mortarien oder Rosettenstempel auf Terra sigillata sind nur dann vermerkt, wenn sich auf demselben Inschriftträger noch eine Ritzung oder ein Namensstempel befindet.

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