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Otto Willmann
Otto Willmann
Geburtsdatum: 24.04.1839
Geburtsort:Lissa
Sterbedatum: 01.07.1920
Fachbereiche: Didaktik, Erziehungsphilosophie, Sozialisationsforschung, Systematische Pädagogik
Wirkungsorte: Prag, Wien
In einer Zeit, in welcher der Pädagogik als Wissenschaft noch kein eigener Stellenwert zugesprochen wurde, sondern sie vielmehr noch ganz von der Philosophie vereinnahmt war, begann Otto Willmann – der von Wolfgang Brezinka als der „bedeutendste Pädagogiker des alten Österreich“ bezeichnet wurde (Brezinka 1997, S. 147) – diese als eigenständige Disziplin zu sehen bzw. sich mit ihr in einem solchen Sinne auseinander zu setzen. Auch wenn Otto Willmann seine eingeschlagene Richtung, hin zu einer selbständigen Pädagogik, im Laufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zugunsten der damals übermächtigen Philosophie letztendlich wieder mehr oder weniger aufgab, so hatte er doch durch seine Entwicklungen auf pädagogisch-didaktischem Gebiet einen wesentlichen und nicht zu unterschätzenden Beitrag für die Pädagogik als eigenständige Disziplin geleistet. Sein Werk hat jedoch wie kaum ein anderes zu Auseinandersetzungen, ja sogar zu Polarisierungen auf wissenschaftlicher Ebene geführt.

Otto Willmann zeichnet sich vor allem durch seine Fortschrittlichkeit in Bezug auf die Entwicklung der Pädagogik und durch die Vielfalt seiner Ideen aus. Dies spiegelt sich in seinem literarischen Schaffen und in seinem pädagogischen Wirken wieder.

Im Allgemeinen scheint es gerechtfertigt, Willmann einen „schöpferischen Begründer einer philosophisch fundierten Wissenschaft der Pädagogik“ (Eggersdorfer 1957, S. V) zu nennen und dessen Pädagogik als eine „Philosophische Pädagogik“ zu bezeichnen, so wie es in der Einleitung zur „Didaktik als Bildungslehre“ geschehen ist.
Eva Fessler, 10.02.2004