Poetics

2003

Grzybek, P.; Stadlober, E.

Zur Prosa Karel Čapeks - Einige quantitative Bemerkungen

in: Rusistika - Slavistika - Lingvistika. Festschrift für Werner Lehfeldt zum 60. Geburtstag, hg. von S. Kempgen, U. Schweier und T. Berger, München 2003. (474-488.)

In dieser Arbeit wird die Aussagekraft von Mittelwerberechnungen bei der quantitativen Analysen auf der Grundlage eines Prosatextkorpus von  Karel Čapek. In Anlehnung an die von Mukařovský durchgeführte chronologischen Periodisierung der Čapekschen Prosa aus unterschiedlichen Schaffensphasen wird der Frage von möglichen Einflussfaktoren (Autorenschaft, Genre, Schaffungszeitraum u.ä.) auf die mittlere Wortlänge eingegangen. Es wird gezeigt, dass durch die Anwendung von Post-hoc-Mittelwerten von Wortlängen ein Untergliederung des Textkorpus von Karel Čapek in homogene Textuntergruppen möglich ist.

 

2002

Grzybek, Peter

Quantitative Aspekte slawischer Texte (am Beispiel von Puškins Evgenij Onegin) 

In: Wiener Slawistischer Almanach, 48; 21-36.

In dieser Arbeit wird ein Versuch unternommen, sprachliche Regularitäten, wie sie aus der Forschung im Bereich der Quantitativen Linguistik bekannt sind, an poetischen Texten zu erproben. Es zeigt sich eine fruchtbare Möglichkeit der Anwendung quantitativer Verfahren auch im Bereich der Poetik, was im Bereich der russischen Literaturwissenschaft eine lange, jedoch mitunter vergessene Tradition hat.

 

2002

Grzybek, P.
Versuchen wir einmal, die Kräfte aus dem Gleichgewicht zu bringen… Quantitative Aspekte von Puškins Evgenij Onegin und Domik v Kolomne.
In: J. Bernard; P. Grzybek; A. Pokrivčák; G. Withalm (eds.), Form – Struktur – Komposition. Pragmatik und Rezeption. Wien, 305-335. [= Special Issue of: Semiotische Berichte, 26,1-4.]

Ausgehend von der Grundannahme, dass sich (nicht nur sprachliche) Texte als selbstorganisierende Systeme verstehen lassen, muss eine der vorrangigen Fragen der Untersuchung der diesen Systemen zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten gelten, auf deren Grundlage sich die Frage nach der Individualität der realisierten Texte in völlig anderen Licht darstellt. Im Bereich der Sprache sind mittlerweile eine Reihe von Gesetzmäßigkeiten z.B. über Wort- und Satzlänge, deren Vorkommenshäufigkeit und wechselseitige Abhängigkeit relativ gut untersucht, auch wenn es nach wie vor vollkommen unklar ist, welche Faktoren interner und externer Natur modifizierend einwirken. Im vorliegenden Beitrag soll vor diesem allgemeinen Hintergrund eine spezifische Frage an einem konkreten Text beleuchtet werden, nämlich: was passiert, wenn ein mehr oder weniger „etabliertes“ System aus dem Gleichgewicht geworfen werden soll? Beispielshalber werden zwei poetische Texte von A.S. Puškin detailliert analysiert – was im System kippt, was nicht?