Institut für Sportwissenschaften[zurück]
Mozartgasse 14/I
A-8010 Graz
Tel: +43 316 380-2325
Fax: +43 316 380-9790
Leitung:
O.Univ.-Prof. Dr. Martin Sust

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Sekretariat: Andrea Hausleitner
Tel: +43 316 380-2325
Fax: +43 316 380-9790
E-mail: sportwissenschaften@uni-graz.at
Homepage: http://www-gewi.kfunigraz.ac.at/sw/
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Institutsgeschichte
Die Institutsgeschichte beginnt mit der Installierung einer Prüfungskommission für das Turnlehramt im Jahre 1873 und damit eines universitäre Lehrkurses für die Turnlehrerausbildung. 1926 wurde dieser Kursus in ein Institut für Turnlehrerausbildung umgewandelt. 1971 erfolgt schließlich die volle Anerkennung von Lehre und Forschung über Sport und Leibesübungen im Rahmen der Wissenschaften durch die Schaffung eines Lehrstuhls für Pädagogik der Leibesübungen und damit die Voraussetzung für eine eigenständige wissenschaftliche Weiterentwicklung. Weiterhin erfolgt die Installierung von Abteilungen für Bewegungslehre und motorisches Lernen, Physiologie und Biometrie des Sports, Trainingslehre sowie Sportdidaktik als spezifische organisatorische Institutseinheiten.
Das Fach
Die Sportwissenschaften bemühen sich um eine Integration allen Wissens, das über menschliche Bewegungen existiert. Thematisiert werden u.a. die Qualität von Bewegungsmerkmalen, körperliche und psychosoziale Wirkungen von Bewegung und Sport auf den Menschen oder die vielschichtigen Wechselwirkungen von Sport und Gesellschaft. Die Spannweite der von den Sportwissenschaften bearbeiteten Bereiche ist daher ausgesprochen groß: Sie umfasst u.a. anatomische, biologische, biomechanische, historische, kulturwissenschaftliche, pädagogische, physiologische, psychologische und sozialwissenschaftliche Fragestellungen. Sport und Bewegung werden hierbei einerseits unter naturwissenschaftlichen, andererseits aber auch unter geistes- und kulturwissenschaftlichen Perspektiven analysiert. Die Sportwissenschaften verstehen sich hierbei sowohl als grundlagenorientierte, als auch als anwendungsorientierte Forschung, bezogen auf die konkreten Bedürfnisse der Sport- und Bewegungspraxis. Ergebnisse dieser Arbeiten gehen in die vielfältigen Facetten von Sport und Bewegung ein, wie z.B. in den Gesundheits-, Erlebnis-, oder Leistungsport, oder, unter zielgruppenorientierter Perspektive betrachtet, in den Kinder-, Jugend-, Familien- oder Seniorensport, bzw. in den freizeitorientierten oder professionell betriebenen Sport. Angestrebt werden hierbei z.B. Verbesserungen von Bewegungsmerkmalen (z.B. Simulation von Bewegungen an Computern), Prozessoptimierungen im sportlichen Handeln (z.B. von Stoffwechselregulationen, von Wahrnehmungs- und Lernprozessen), eine Steigerung der Lebensqualität (z.B. Rekreation, Prävention) sowie die Förderung einer biopsychosozialen Entwicklung von Sporttreibenden (z.B. Schulsport). Bezüglich der sich ständig weiterentwickelnden Forschungsschwerpunkte sind z.B. folgende Schlagwörter zu nennen: Prävention von Haltungsschäden und Überbelastung, von Adipositas, Ganganalysen, Hormonregulierung im Sport, Herzfrequenzmessungen, Lactatanalysen, Modellrechungen von Bewegungsabläufen und Belastungen, Kinder-, Jugend- und Seniorensport, Erlebnispädagogik, Psychomotorik, Körpererfahrung, Sporthandeln als Dialog mit der Umwelt. In der Lehre liegt das Augenmerk, neben den traditionellen Schwerpunktfächern wie Bewegungswissenschaft, Biologie des Sports, Sportpädagogik und Trainingswissenschaft, auf den gegenwärtig gesellschaftlich hoch relevanten Bereichen des Gesundheits-, Erlebnis- und Jugendsports mit der Zielgruppenorientierung Breiten- und Freizeitsport. Mit dieser Schwerpunktsetzung ist ein interdisziplinär strukturierter und innovativer Zuschnitt des Lehrangebots verbunden, der wesentlichen Zielgruppen in spezifischer Weise Rechnung zu tragen vermag. In der Ausbildung wird Wert sowohl auf theoretische als auch auf praxisorientierte Kompetenzen zur Aufbereitung spezifischer Handlungsstrukturen in Sport- und Bewegungsaktivitäten gelegt.
Neben der Forschung und Lehre in den erwähnten Bereichen ist am Institut ein Dienstleistungssektor (Gesundheitsförderung, Sport- und Trainingsberatung) im Aufbau begriffen.
Studium und Lehrbetrieb
Am Institut für Sportwissenschaften werden das Lehramtsstudium "Leibeserziehung", das Diplomstudium "Sportwissenschaften" sowie das Doktoratsstudium angeboten. Vor dem Eintritt in das Studium ist eine Prüfung zur körperlich-motorischen Eignung zu absolvieren, bei der in einem zweistufigen Verfahren die sportmotorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die sportmedizinische Eignung beurteilt werden. Die Studiendauer des Diplomstudiums beträgt 8 Semester, mit einem Gesamtumfang von 140 Semesterwochenstunden (Sportwissenschaften) bzw. 120 Semesterwochenstunden (Leibeserziehung). Davon beträgt das Stundenausmaß für frei wählbare Wahlfächer 14 Semesterwochenstunden (Sportwissenschaften) bzw. 12 Semesterwochenstunden (Leibeserziehung). Die Studiendauer des Doktoratsstudiums beträgt 4 Semester mit einem Gesamtumfang von 12 Semesterwochenstunden.
Das Diplomstudium gliedert sich in zwei Abschnitte, wobei im ersten Studienabschnitt eine breitgefächerte Grundausbildung in den wesentlichsten sporttheoretischen und sportpraktischen Themenfeldern vorgesehen ist, im zweiten Studienabschnitt mit "Gesundheits- und Erlebnisförderung durch Sport und Bewegung" ein innovativer Schwerpunkt zur Vertiefung und Spezialisierung in der Ausbildung gesetzt wird.
Fächer des 1. Studienabschnitts sind: Sport und Bewegung als geistes-und kulturwissenschaftliches Fach (Einführung in die Bewegungswissenschaften, Europäische und Außereuropäische Bewegungskulturen, Philosophie und Soziologie des Sports, Organisation des Sports, Sportpsychologie, Proseminar); Naturwissenschaftliche Grundlagen von Sport und Bewegung (Anatomie, Physiologie, Erste Hilfe, Allgemeine Bewegungslehre, Trainingslehre, Proseminare); Allgemeine Methodenlehre (Wissenschaftstheorie, Sportmotorische Tests); Sportpädagogik (Sportpädagogik, Allgemeine Methodik); Praxis, Problemanalyse und Methodik von Sport und Bewegung (Motorische Grundlagen, Eigenkörperbeschleunigung, Fremdkörperbeschleunigung, Koordination von Raum-Zeit-Objekt, Rollen und Gleiten, Kombinationen und Variationen elementarer Bewegungsformen).
Fächer des 2. Studienabschnitts sind: Spezielle Methodenlehre (Seminare, Methodik des Kinder- und Jugendsports, Unterrichtslehre für Leibeserziehung, bzw. trainingswissenschaftliche, sportphysiologische und biometrische Methoden für Sportwissenschaften); Theorie zur Gesundheits- und Erlebnisförderung durch Sport und Bewegung (Grundlagen-Diagnosen-Maßnahmen zu den Bereichen "Haltung und Bewegung", "Herz-Kreislaufsystem und Stoffwechsel", "psychosozialer Bereich"); Erfahrungsorientierte Gesundheits- und Erlebnisförderung durch Sport und Bewegung (Funktionelle Bewegungsschulung, Koordinationsschulung, Stoffwechselregulation, Herz- Kreislaufschulung, Entspannungstechniken, Ganzheitliche Gesundheitstechniken, Erlebnispädagogik); Anwendungsorientierte Gesundheits- und Erlebnisförderung durch Sport und Bewegung (Schulpraktisch-methodische Übungen für Leibeserziehung- bzw. Praktisch-methodische Übungen, Organisations- und Projektentwicklung, Kommunikation und Präsentation für Sportwissenschaften) Der erste Studienabschnitt wird mit einer Diplomprüfung in Form von Teilprüfungen (Lehrveranstaltungsprüfungen) abgeschlossen, der zweite Studienabschnitt mit Teilprüfungen, sowie einer abschließenden Gesamtprüfung (mündliche kommissionelle Prüfung).
Qualifikationsprofil und Berufsmöglichkeiten
Mit dem Studienabschluss als Mag. rer.nat. verfügen Absolventinnen und Absolventen des Instituts über
  • Einsichten über die historische Entwicklung und Mannigfaltigkeit von Sport- und Bewegungsformen
  • Wissen über Hintergründe, Motive und Sinnhaftigkeit sportlichen Handelns
  • Kenntnisse über gegenwärtige Trends von Sport und Bewegung, ihre Auswirkungen auf die Lebensgestaltung des Menschen
  • Kenntnisse über grundlegende wissenschaftliche Theorien, Methoden und Arbeitstechniken im Bereich Sport und Bewegung
  • Einsicht in naturwissenschaftliche Begründungen und Wirkungen von Sport und Bewegung
  • Medizinisches Grundlagenwissen über Organe, Organsysteme und Prozesse des menschlichen Körpers unter besonderer Berücksichtigung sport- und geschlechtsrelevanter Erkenntnisse
  • Kenntnisse, um Bewegungsmerkmale zu erfassen, Bewegungen analysieren und optimieren sowie um Belastungen reduzieren zu können.
  • Kenntnisse zur motorischen Entwicklung, sowie zur Trainingssteuerung und Trainingsoptimierung
  • Kenntnisse über pädagogische, didaktische und methodische Fragestellungen, wie sportrelevante Erziehungs- und Bildungsziele
  • Grundlegende Erkenntnisse im Bereich Erlebnispädagogik
  • Einsicht in Körperfunktionen und Bewegungswirkungen für das physische, psychische und soziale Wohlbefinden
  • Praktische und theoretische Kompetenzen zur professionellen Planung, Organisation und Vermittlung von Sport und Bewegung
  • Spezifische Kompetenzen zur Förderung von Gesundheit und positiven Erlebnissen durch Sport und Bewegung
  • Die Fähigkeit, mit Fachleuten aus medizinischen, psychologischen und soziologischen Fachrichtungen zusammenzuarbeiten
  • Kenntnisse und Fähigkeiten, Erlerntes in berufsspezifischen Situationen anwenden zu können, beim Studium der Leibeserziehung besonders in Erfüllung des Lehrplans für höhere und mittlere Schulen
Die Berufsfelder sind hauptsächlich im Dienstleistungsbereich angesiedelt. Der Abschluss des Studienzweigs "Leibeserziehung" (Lehramt) berechtigt zum Beruf des(r) Bewegungs- und SportpädagogIn an Allgemeinbildenden Höheren Schulen und Berufsbildenden Höheren Schulen.
Absolventen des Studienzweigs "Sportwissenschaften" sind in verschiedensten Bereichen tätig: In Freizeiteinrichtungen (z.B. Vereine, Fitnessstudios), im Tourismus (z.B. Konzipierung von Bewegungsangeboten in der Hotellerie, von Infrastruktur, Mountainbikestrecken etc.), in Rekreationsreinrichtungen (Konzipierung von Sport-, Bewegungs-, Wellness- und Fitnessprogrammen z.B. in Thermen, Kurse/Seminare zu Stressbewältigung durch Bewegung/Sport, gegen Haltungsschwächen, zur Verbesserung von Fitness, Fitnesschecks) im Betriebssport, in Kuranstalten (Konzipierung von Sport-, Bewegungs-, Fitnessprogrammen, Videoscreening, Entspannung (nur in Zusammenarbeit mit Ärzten gemäß den gesetzlichen Bestimmungen), in der Sozialisierungsrekreation (z.B. Streetwork mit Jugendlichen), in der Arbeit im Bereich Sonderpädagogik (z.B. Freizeitprogramme für Behinderte und Versehrte), als Trainer im öffentlichen und privaten Bereich (z.B. Vereinstrainer, Personal Trainer), im Bereich Leistungsdiagnostik (z.B. Fitnesscheck), im Bereich Erlebnispädagogik (z.B. mit Managern, Jugendlichen), Arbeit in öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen (z.B. Volkshochschule, Universität), im Bereich Medien (Printmedien, moderne Kommunikationsmedien), in der Organisation und Vermarktung des Produkts Sport (z.B. Sport-Eventmarketing, Sportartikelindustrie).
Forschungsschwerpunkte des Instituts
Geisteswissenschaftlicher Bereich: Modellstundenbilder (Trendsportarten) in Theorie und Praxis, Freizeitsportaktivitäten, Hilfestellung für Lehrer beim Projektunterricht, Gesundheitsförderung durch Sport und Bewegung bei Jugendlichen - interaktiver Ansatz, Erlebnisförderung durch Sport und Bewegung- multiple Zielgruppen, Sport und Bewegung als begleitende Gesundheitsförderung bei psychosomatischen Erkrankungen, das soziale Umfeld in seiner Bedeutung von/für Elitebildungen. Naturwissenschaftlicher und medizinischer Bereich: Mathematische Modellierung menschlicher Bewegungen, Simulationen von Bewegungen; Bestimmung von Muskeleigenschaften, Zusammenhang zwischen Muskeleigenschaften und Genotyp, Berechnungen von Belastungen in Gelenken, Prävention von Haltungsschäden und Überbelastungen, Wirbelsäulenanalysen, Haltungskontrollen, Videoscreening der Wirbelsäule, Muskelfunktionstests, Bewegungsprogramme, Optimierung der Body Composition, Adipositas im Kindes- und Jugendalter (Grundlagen, Risikofaktoren, Umsetzung der Erkenntnisse in die Trainingspraxis), Local Position System (LPS)- Projekt - Positionsbestimmung im Sport mittels HF Technik (Zusammenarbeit mit der Fa. Abatec), Heart Rate Performance Curve (HRPC) Working Group (Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universitäts-Klinik Graz, dem Institut für Physiologie, dem Institut für Sportwissenschaften der Universität Wien, mehreren Rehabilitationszentren in Österreich, der University of North Dakota), Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung auf Basis der Herzfrequenz-Leistungskurve von Herz- Patienten bis Kaderathleten.
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