(Intro)

50. Jahrestag

der Verleihung des Literaturnobelpreises

an Ivo Andrić

6. Foto-Safari Travnik 2011

Staze, Lica, Predjeli

[Pfade, Antlitze, Landstriche]

Travnik – Sarajevo – Višegrad

28.10–30.10.2011

 

Freitag, 28.10.2011 (Auflichtprojektion bzw. TELOP)

 

Ausstellung „Foto BiH 2011“ (TELOP)

Heimatmuseum Travnik (TELOP)

„Es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen, Sie heute Abend bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen, mit der die 6. Foto-Safari Travnik 2011 eröffnet wird.“

Fatima Maslić, Direktorin des Heimatmuseums Travnik (TELOP)

„Diese Foto-Safari ist dem 50. Jahrestag der Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Ivo Andrić gewidmet.“

Ausstellung von Fotografien des Fotoklubs „Fot“ aus Travnik (TELOP)

Galerie Terra Travnik (TELOP)

„Es handelt sich hierbei um ein Jubiläum, das vom Heimatmuseum Travnik das ganze Jahr hindurch mit unterschiedlichen Programmpunkten begangen wird. Wir sind der Meinung, dass diese Veranstaltung, die Foto-Safari namens Pfade, Antlitze, Landstriche, die wir lange Zeit vorbereitet haben, die Krönung unserer Jubiläumsfeiern darstellen wird. Dieser Ansicht sind wir deshalb, will es sich bei dieser Veranstaltung gewissermaßen um die Vereinigung all unserer Bemühungen handelt, mit denen wir Ivo Andrić im Kontext mit Travnik, d. h. mit seiner Gerburtstadt valorisieren wollen; dieses Bemühen um Valorisierung bezieht sich auch auf den Roman Wesire und Konsuln als literarisches Werk, mit dem Travnik für alle Zeit auf einer imaginären Weltkarte verzeichnet wurde; und natürlich bemühen wir uns auch darum, einige Verbindungen zwischen denjenigen Orten herzustellen, an denen Andrić seine Kindheit verbrachte, d h. konkret zwischen den Städten Travnik, Višegrad und Sarajevo, wobei Andrić in der bosnischen Hauptstadt seine Gymnasialzeit verlebte.“

„Es handelt sich um die neunte Ausstellung unseres Klubs, die stets mit unserer Foto-Safari einhergeht.“

Mirsad Mujanović, Präsident des Fotoklubs „Fot“ aus Travnik (TELOP)

Travnik – Heimatmuseum und Geburtshaus von Ivo Andrić (TELOP)

(OFF)

Die Stadt, in der er 1892 geboren wurde, sollte Ivo Andrić erst im Jahre 1915 richtig kennenlernen, als er sich als politisch Internierter in einem Gastzimmer der Pfarre des Hl. Michael im Dorf Ovčarevo wiederfand.

... Und so hielt Travnik Einzug in diese meine innere Werkstatt, und ich habe die Stadt auch zweifellos lieb gewonnen, indem ich unablässig um die gleichen Häuser, die gleichen Hügel und den gleichen Fluss umherstreife, bis diese schließlich zu sprechen und sich zu bewegen beginnen ...

Dieser literarischen Werkstatt entstammten die Werke Travnička hronika [Wesire und Konsuln], Priča o vezirovom slonu [Der Elefant des Wesirs], Čaša [Das Glas], Fragmente von Ex ponto ...

... und so habe ich mich auf diese Art und Weise mit dieser Stadt angefreundet, die ich, obwohl ich in ihr geboren wurde, kaum gekannt habe.

Samstag, 29.10.2011 (TELOP)

Ovčarevo (TELOP)

Sarajevo (TELOP)

„Wir befinden uns nun in Sarajevo, und zwar direkt an den Orten, die für die Safari auserkoren wurden.“

Ozren Boženović, Präsident der Vereinigung für künstlerische Fotografie Bosnien und Herzegowinas (TELOP)

„Sarajevo ist im Prinzip eine interessante Destination, und obwohl es schon recht aufwendig ist, all jene Orte aufzusuchen, an denen sich Ivo Andrić aufgehalten hat, kann auf jeden Fall festgehalten werden, dass er diese Stadt durchwanderte, und all das, was in dieser Stadt entstanden ist, wollen wir mit dieser Ausstellung Ivo Andrić widmen.“

(OFF)

Dank eines Stipendiums der kroatischen Kulturvereinigung „Napredak“ lebte Andrić als Schüler der Großen Gymnasiums mit seiner Mutter im Stadtviertel Basamaci in Bistrik.

Das damalige Sarajevo schien uns Schülern der vierten Klasse Gymnasium die größte und prächtigste Stadt der Welt zu sein, das Leben in ihr war laut und geheimnisvoll, aber für uns hoffnungslos unerreichbar ...

Vor 100 Jahren veröffentlichte er im Jahre 1911 in der in Sarajevo herausgegebenen Zeitschrift Bosanska vila sein erstes Gedicht mit dem Titel U sumrak [In der Dämmerung].

Sonntag, 30.10.2011 (TELOP)

Višegrad (TELOP)

(OFF)

Nach Višegrad zurückkehren, das bedeutet für mich nicht bloß eine Rückkehr in die Kindheit ...

In seiner Jugend, die Andrić zu einem großen Teil bei seinen Verwandten Ana und Ivan Matkovšik in Višegrad verbrachte, überschritt er bei seinem Schulweg täglich die Brücke von Mehmed-Pascha Sokolović, der er viele Jahre später mit seinem Roman Na Drini ćuprija [Die Brücke über die Drina] ein Denkmal setzte.

In Augenblicken, in denen mich diese Welt ermattete und vergiftete – diese Welt, auf der ich bloß wegen eines üblen Zufalls lebe und in der ich mich auf wundersame Weise am Leben erhalten konnte; in Momenten, wenn der Blick sich trübte und die Konturen des Lebens verschwammen, wandte ich mich, einem andächtig Glaubenden vor einem religiösen Motiv ähnelnd, dem harten, erbärmlichen und zugleich erhabenen Višegrader Pfade zu, der jedes Leiden heilt und jeden Schmerz vertreibt, da er sie allesamt in sich trägt und der Reihe nach zu besiegen vermag.

(Abspann)

 

 

 

Heimatmuseum Travnik

Vereinigung für künstlerische Fotografie Bosnien und Herzegowinas

Fotoklub „Fot“ Travnik

 

Kamera und Montage:

Taik Ganić

 

Text:

Enes Škrgo

 

SprecherInnen:

Vildana Kalčo

Enes Škrgo

 

Im Film waren folgende Eigenkompositionen von Taik Ganić zu hören:

Čaša

Konzulski vakat

Vezirov slon

 

Unterstützung:

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport des Kantons Zentralbosnien

Ministerium für Umwelt und Tourismus der Föderation Bosnien und Herzegowina

BH Telecom

 

Wir bedanken uns bei folgenden Institutionen:

Pfarre des Hl. Michael in Ovčarevo

Kulturhaus Višegrad

 

Produktion:

Heimatmuseum Travnik

2011