Oswald von Wolkenstein
 
Home
BearbeiterInnen
Das Material
Edition
Kommentar
Die Register
Beispiele
Publikation
Band 1
Band 3
Buchreihe
Vorschau
Zur Person Oswalds
Presse und Medien

[Seite drucken]
 
 
Band 2

Die Lebenszeugnisse Oswalds von Wolkenstein
Edition und Kommentar
Bd 2: 1420 - 1428, Nr. 93-177

Hg. von Anton Schwob
unter Mitarbeit von Karin Kranich-Hofbauer, Ute Monika Schwob und Brigitte Spreitzer.

2001. 17x24cm. 380 S. Geb. EUR 39,00 / ATS 538,00 /
DM 77,00
ISBN 3-205-99370-5

Buch bestellen/Verlag Böhlau
  Im ersten Band dieser Buchreihe hat der Leser einen Adeligen aus der Grafschaft Tirol kennen gelernt, der als jüngerer Sohn aus landsässiger Familie von Geburt an gezwungen war, sich besonders umtriebig um Aufstieg zu bemühen. Er versuchte sich in kriegerischen, diplomatischen und politischen Aktivitäten, gewann durch die Zuteilung von Grundbesitz standesgemäßen Handlungsspielraum, betätigte sich als Rechtssachverständiger und Verwaltungsfachmann, quittierte jedoch anlässlich des Konstanzer Konzils den Dienst beim Bischof von Brixen, um am königlichen Hof als Sonderberater für tirolische Angelegenheiten zu fungieren. Diese Rolle brachte ihm Selbstständigkeit gegenüber seinem älteren Bruder, aber auch das Misstrauen vonseiten seines österreichischen Landesfürsten ein.

Der zweite Band mit Lebenszeugnissen des Wolkensteiners aus den Jahren 1420 bis 1428 präsentiert vor allem die komplexe Geschichte seiner Fehde, Gefangenschaften und Konfliktlösungsversuche im Land Tirol. In dieser Phase geht es für Oswald von Wolkenstein zunächst im materiellen, dann im buchstäblichen Sinn um sein Überleben.

Die seit langem schwelende Auseinandersetzung um das Hauensteinische Erbe lässt ihn in die Falle einer privaten Fehde und Gefangenschaft tappen und liefert ihn den Disziplinierungsgelüsten seines Landesfürsten aus. Als dieser ihm überraschend befristeten Aufschub gewährt, sucht Oswald Hilfe bei seinem königlichen Dienstherrn, statt sich an die Vertragsbedingungen und Rechtsvorstellungen seines ‚Herrn von Österreich‘ zu halten.

Er fällt in Ungnade, muss Tirol meiden, verliert bald auch die Unterstützung König Sigmunds, wird schließlich auf versuchter Flucht festgenommen und einer demütigenden Gefangenschaft ausgesetzt, die nur mit einer bedingungslosen Unterwerfung beendet werden kann.

Die offizielle Wiederaufnahme in die Huld Herzog Friedrichs von Österreich bedeutet für Oswald von Wolkenstein Sicherheit für sein Leben und Wiedererlangung von Handlungsfreiheit in der Grafschaft Tirol. Sie ermöglicht ihm außerdem den Erwerb der umstrittenen Hauensteinischen Güter. Erleichtert lässt er sein Urbar- und Zinsbuch auf den neuesten Stand bringen.

Institut für Germanistik | Universität Graz | GewiLab | BetreuerIn, aktualisiert am 08.11.2004